Photovoltaik Ertragsrechner
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So funktioniert die Ertragsberechnung
Einflussfaktoren auf den Solarertrag
Der Ertrag einer Photovoltaikanlage hängt von mehreren entscheidenden Faktoren ab. Die geografische Lage spielt eine zentrale Rolle, da die Sonneneinstrahlung in Deutschland regional stark variiert. Während Norddeutschland durchschnittlich 950 kWh pro kWp erreicht, können Anlagen in Süddeutschland bis zu 1.100 kWh pro kWp jährlich produzieren.
Die Dachausrichtung und Neigung beeinflussen maßgeblich die Effizienz Ihrer Anlage. Eine Südausrichtung mit einer Neigung zwischen 30 und 35 Grad gilt als optimal und erzielt nahezu 100 Prozent des maximal möglichen Ertrags. Ost- oder Westausrichtungen erreichen etwa 95 Prozent, während Ost-West-Anlagen durch eine gleichmäßigere Stromproduktion über den Tag besonders für hohen Eigenverbrauch geeignet sind.
Berechnung der Anlagenleistung
Die Anlagenleistung in Kilowatt-Peak (kWp) ergibt sich aus der verfügbaren Dachfläche multipliziert mit dem Modulwirkungsgrad. Moderne Solarmodule erreichen heute Wirkungsgrade zwischen 18 und 22 Prozent. Bei einer Dachfläche von 50 Quadratmetern und einem Wirkungsgrad von 20 Prozent erhalten Sie eine Anlagenleistung von 10 kWp.
Wirtschaftlichkeit und Eigenverbrauch
Die Wirtschaftlichkeit Ihrer Photovoltaikanlage wird durch den Eigenverbrauchsanteil entscheidend beeinflusst. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen den vollen Strompreis von durchschnittlich 32 Cent. Für eingespeisten Strom erhalten Sie die aktuelle Einspeisevergütung von 7,78 Cent pro kWh (Stand Februar 2026). Ein höherer Eigenverbrauch führt daher zu einer besseren Rendite und kürzeren Amortisationszeit.
Regionale Ertragsunterschiede in Deutschland
| Region | Spezifischer Ertrag | Beispiel 10 kWp | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Norddeutschland | 900-950 kWh/kWp | 9.000-9.500 kWh/Jahr | Hamburg, Kiel, Rostock |
| Mitteldeutschland | 950-1.000 kWh/kWp | 9.500-10.000 kWh/Jahr | Berlin, Leipzig, Hannover |
| Westdeutschland | 1.000-1.050 kWh/kWp | 10.000-10.500 kWh/Jahr | Köln, Düsseldorf, Frankfurt |
| Süddeutschland | 1.050-1.100 kWh/kWp | 10.500-11.000 kWh/Jahr | München, Stuttgart, Freiburg |
Diese regionalen Unterschiede resultieren aus der unterschiedlichen Sonneneinstrahlung. Süddeutschland profitiert von durchschnittlich 1.800 Sonnenstunden pro Jahr, während Norddeutschland auf etwa 1.600 Stunden kommt. Trotz dieser Differenzen lohnt sich eine Photovoltaikanlage in allen Regionen Deutschlands aufgrund der hohen Strompreise und attraktiven Förderung.
Optimierung der Anlagenauslegung
Modulauswahl und Flächennutzung
Bei begrenzter Dachfläche empfehlen sich Module mit höherem Wirkungsgrad. Premium-Module mit 21-22 Prozent Effizienz kosten zwar mehr, benötigen aber weniger Fläche für die gleiche Leistung. Für ein 10 kWp System benötigen Sie mit 20 Prozent Modulen etwa 50 Quadratmeter, mit 22 Prozent Modulen nur 45 Quadratmeter.
Dachneigung anpassen
Falls Sie bei einem Neubau oder einer Dachsanierung die Neigung beeinflussen können, streben Sie 30-35 Grad an. Bei Flachdächern sollten Sie Aufständerungen mit dieser optimalen Neigung verwenden. Eine zu steile Neigung über 45 Grad reduziert den Jahresertrag merklich, kann aber im Winter vorteilhaft sein, da Schnee besser abrutscht.
Verschattung vermeiden
Selbst teilweise Verschattung durch Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude kann den Ertrag um 10-30 Prozent mindern. Moderne Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter können Verschattungsverluste teilweise kompensieren. Eine professionelle Verschattungsanalyse vor der Installation ist empfehlenswert.
Finanzierung und Förderung 2026
Einspeisevergütung aktuell
Seit Februar 2026 beträgt die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp mit Teileinspeisung 7,78 Cent pro kWh. Diese Vergütung ist für 20 Jahre garantiert und wird halbjährlich um 1 Prozent abgesenkt. Bei Volleinspeisung erhalten Sie höhere 12,34 Cent pro kWh, verzichten aber auf die Eigenverbrauchsvorteile.
Steuerliche Vorteile
Seit 2023 entfällt für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp die Umsatzsteuer beim Kauf. Zudem sind die Erträge aus Anlagen bis 30 kWp einkommensteuerfrei. Diese steuerlichen Erleichterungen verbessern die Wirtschaftlichkeit erheblich und vereinfachen die Abrechnung.
KfW-Förderung und Kredite
Die KfW-Bank bietet zinsgünstige Kredite für Photovoltaikanlagen über das Programm 270. Zusätzlich gibt es regionale Förderprogramme einzelner Bundesländer und Kommunen. Prüfen Sie vor der Installation alle verfügbaren Fördermöglichkeiten in Ihrer Region.
Häufig gestellte Fragen
Quellen und weiterführende Literatur
- Bundesnetzagentur (2026). Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bundesanzeiger Verlag.
- Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (2025). Photovoltaics Report. Freiburg. Abgerufen von www.ise.fraunhofer.de
- Quaschning, V. (2024). Regenerative Energiesysteme: Technologie – Berechnung – Klimaschutz (11. Auflage). München: Hanser Verlag.
- Deutscher Wetterdienst (2025). Globalstrahlungskarten Deutschland. Offenbach: DWD.
- Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (2026). Statistische Zahlen der deutschen Solarstrombranche (Photovoltaik). Berlin: BSW-Solar.
- Weniger, J., Tjaden, T. & Quaschning, V. (2024). Sizing of Residential PV Battery Systems. Energy Procedia, 46, 78-87.