NC Rechner Abitur – Medizinstudium Chancen prüfen

NC-Rechner für Medizinstudium

Gib deine Abiturnote zwischen 1,0 und 4,0 ein
Standardwert zwischen 70 und 130
Anzahl der Wartesemester nach Abitur

Was ist der Numerus Clausus (NC)?

Der Numerus Clausus ist ein Auswahlverfahren für zulassungsbeschränkte Studiengänge in Deutschland. Bei Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie wird der NC angewendet, weil die Anzahl der Bewerbungen die verfügbaren Studienplätze deutlich übersteigt. Der NC-Wert gibt die schlechteste Abiturnote an, mit der im letzten Semester noch ein Studienplatz vergeben wurde.

Wichtig: Der NC ist keine festgelegte Zulassungsgrenze, sondern ergibt sich jedes Semester neu aus dem Verhältnis von Bewerberzahl zu verfügbaren Studienplätzen. Ein niedriger NC bedeutet eine bessere Note (z.B. ist 1,0 besser als 2,0).

Dreisäulenmodell der Studienplatzvergabe

Seit 2020 werden Studienplätze in Medizin über drei verschiedene Quoten vergeben:

Quote Anteil Auswahlkriterien
Abiturbestenquote 30% Ausschließlich Abiturdurchschnittsnote
Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) 10% Studieneignungstests (TMS, HAM-Nat), Berufsausbildung, ohne direkte Berücksichtigung der Abiturnote
Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) 60% Individuelle Kriterien der Universitäten: Abiturnote, TMS, Auswahlgespräche, Berufsausbildung, Einzelnoten

NC-Werte für Medizinstudium nach Bundesländern

Die erforderlichen NC-Werte variieren zwischen den Bundesländern erheblich. Hier sind die durchschnittlichen Grenzwerte für die Abiturbestenquote im Wintersemester 2024/25:

Bundesland Humanmedizin Zahnmedizin
Bayern 1,0 1,3
Baden-Württemberg 1,0 1,4
Hamburg 1,0 1,5
Nordrhein-Westfalen 1,0 1,4
Hessen 1,1 1,5
Berlin 1,0 1,4
Sachsen 1,2 1,6
Thüringen 1,3 1,7

Die NC-Werte für Tiermedizin und Pharmazie liegen meist zwischen 1,1 und 1,8, abhängig von der Universität und dem Semester.

Wie du deine Chancen verbessern kannst

Test für Medizinische Studiengänge (TMS)

Der TMS ist ein standardisierter Studieneignungstest, der an vielen Universitäten im Auswahlverfahren berücksichtigt wird. Ein gutes TMS-Ergebnis kann eine schwächere Abiturnote ausgleichen. Der Test prüft kognitive Fähigkeiten wie Merkfähigkeit, Konzentration, visuelles Denkvermögen und logisches Schließen.

Tipp: Ein Testwert von 100 entspricht dem Durchschnitt aller Teilnehmer. Werte über 110 gelten als sehr gut und verbessern deine Chancen deutlich. Der Test kann nur einmal im Leben absolviert werden.

Berufliche Qualifikationen

Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem medizinischen oder medizinnahen Beruf wird im Auswahlverfahren positiv bewertet. Anerkannte Ausbildungsberufe sind beispielsweise:

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Rettungssanitäter/in oder Notfallsanitäter/in
  • Medizinische/r Fachangestellte/r
  • Physiotherapeut/in
  • Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in

Praktische Erfahrungen

Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder der Bundesfreiwilligendienst im medizinischen Bereich zeigen deine Motivation und Eignung für den Arztberuf. Auch wenn diese Erfahrungen nicht bei allen Universitäten gleich stark gewichtet werden, können sie im Auswahlgespräch überzeugend wirken.

Auswahlgespräche vorbereiten

Einige Universitäten führen persönliche Auswahlgespräche durch. Bereite dich darauf vor, indem du dich mit aktuellen medizinischen Themen, ethischen Fragestellungen und deiner persönlichen Motivation auseinandersetzt. Zeige echtes Interesse am Arztberuf und bringe konkrete Beispiele für deine Eignung mit.

Alternative Wege zum Medizinstudium

Studienplatzklagen

Bei Kapazitätsklagen wird geprüft, ob die Universität alle verfügbaren Kapazitäten ausgeschöpft hat. Dieser Weg ist jedoch kostenintensiv und bietet keine Erfolgsgarantie. Die Verfahrenskosten liegen meist zwischen 3.000 und 10.000 Euro pro Universität.

Studium im Ausland

Ein Medizinstudium im europäischen Ausland kann eine Alternative sein. Beliebte Ziele sind Österreich, Ungarn, Rumänien, Polen oder die Tschechische Republik. Beachte jedoch, dass viele Programme auf Englisch stattfinden und teilweise hohe Studiengebühren anfallen. Nach Abschluss kannst du in Deutschland als Arzt arbeiten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Landarztquote

Einige Bundesländer bieten eine Landarztquote an. Hierbei verpflichtest du dich, nach dem Studium mindestens zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten. Im Gegenzug erhältst du einen Studienplatz, auch wenn deine Abiturnote nicht für die regulären Quoten ausreicht. Die Abiturnote spielt bei der Landarztquote eine geringere Rolle.

Modellstudiengänge

Einige Universitäten bieten Modellstudiengänge an, bei denen die Auswahlkriterien anders gewichtet werden. Hier zählen oft praktische Erfahrungen, soziales Engagement und Persönlichkeitsmerkmale stärker als die reine Abiturnote.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit einem Abitur von 2,0 Medizin studieren?
Ja, auch mit einem Abiturdurchschnitt von 2,0 ist ein Medizinstudium möglich. Deine Chancen verbessern sich erheblich durch ein sehr gutes TMS-Ergebnis, eine abgeschlossene medizinische Ausbildung oder Wartesemester. Über die Zusätzliche Eignungsquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen werden 70% der Studienplätze vergeben, bei denen die Abiturnote nicht allein entscheidend ist.
Wie lange muss ich mit einer Note von 1,5 warten?
Wartesemester spielen seit der Reform 2020 eine deutlich geringere Rolle. Die alte Wartezeitquote wurde abgeschafft. Wartesemester werden nur noch im Rahmen einer Übergangsregelung bis 2027 in der Zusätzlichen Eignungsquote berücksichtigt. Es ist deutlich effektiver, die Zulassungschancen durch den TMS oder eine Ausbildung zu verbessern, als ausschließlich auf Wartesemester zu setzen.
Welche Bedeutung hat der TMS für die Bewerbung?
Der TMS hat eine sehr hohe Bedeutung. Fast alle medizinischen Fakultäten berücksichtigen den Test im Auswahlverfahren. Ein Testwert über 110 kann deine Abiturnote um bis zu 0,5 Notenpunkte rechnerisch verbessern. Der Test ist einmalig und sollte daher gut vorbereitet werden. Es gibt spezielle Vorbereitungskurse und Übungsmaterialien.
Unterscheidet sich der NC zwischen Winter- und Sommersemester?
Ja, der NC kann zwischen den Semestern variieren. Die meisten Studienplätze für Medizin werden zum Wintersemester vergeben, entsprechend höher ist hier die Konkurrenz. Zum Sommersemester gibt es weniger Bewerber, weshalb der NC manchmal etwas höher (also eine etwas schlechtere Note) ausfallen kann. Nicht alle Universitäten bieten einen Studienbeginn zum Sommersemester an.
Werden alle meine Abiturnoten gleich gewichtet?
In der Abiturbestenquote zählt ausschließlich der Gesamtdurchschnitt. Im Auswahlverfahren der Hochschulen können jedoch bestimmte Einzelnoten wie Biologie, Chemie, Physik oder Mathematik zusätzlich gewichtet werden. Jede Universität legt ihre eigenen Kriterien fest, daher lohnt es sich, die spezifischen Anforderungen der einzelnen Hochschulen zu prüfen.
Kann ich mich an mehreren Universitäten gleichzeitig bewerben?
Die Bewerbung für Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie erfolgt zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de). Du kannst mehrere Universitäten als Wunsch angeben, aber es ist nur eine Bewerbung pro Semester möglich. Im Auswahlverfahren wird dann automatisch geprüft, an welchen deiner Wunschhochschulen du die besten Chancen hast.

Bewerbungsprozess Schritt für Schritt

Schritt 1: Anmeldung bei hochschulstart.de

Erstelle ein Benutzerkonto auf dem Portal hochschulstart.de. Dies ist die zentrale Vergabestelle für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge. Die Registrierung sollte frühzeitig erfolgen, da die Bewerbungsfristen strikt eingehalten werden müssen.

Schritt 2: TMS absolvieren

Melde dich rechtzeitig für den TMS an. Die Testtermine finden zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst statt. Die Anmeldung erfolgt über tms-info.org. Plane ausreichend Vorbereitungszeit ein.

Schritt 3: Bewerbungsunterlagen zusammenstellen

Sammle alle erforderlichen Dokumente: beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses, TMS-Bescheinigung, Nachweise über Berufsausbildung oder FSJ, Bescheinigungen über Preise und Auszeichnungen. Alle Dokumente müssen in der vorgegebenen Form hochgeladen werden.

Schritt 4: Ortspräferenzen angeben

Wähle bis zu sechs Universitäten aus, an denen du studieren möchtest. Die Reihenfolge ist wichtig: Gib zuerst deine bevorzugten Standorte an. Informiere dich vorab über die spezifischen Auswahlkriterien der einzelnen Universitäten.

Schritt 5: Bewerbung abschicken

Reiche deine vollständige Bewerbung fristgerecht ein. Für das Wintersemester endet die Frist meist am 15. Juli, für das Sommersemester am 15. Januar. Verspätete Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden.

Schritt 6: Auf Zulassungsbescheid warten

Die Bescheide werden in mehreren Phasen verschickt. Bei einer Zusage musst du innerhalb der angegebenen Frist annehmen, sonst verfällt der Studienplatz. Wenn du in der ersten Runde keine Zusage erhältst, nimmst du automatisch am Nachrückverfahren teil.

Quellenangaben

  1. Stiftung für Hochschulzulassung (2025). Vergabeverfahren für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge. Abgerufen von hochschulstart.de
  2. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2020). Reform der Studienplatzvergabe in Medizin. Bundesanzeiger für amtliche Bekanntmachungen.
  3. Kultusministerkonferenz (2024). Hochschulzugang und Zulassungsbeschränkungen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland. KMK-Dokumentation Nr. 223.
  4. ITB Consulting (2025). Test für Medizinische Studiengänge: Testhandbuch und Auswertungsrichtlinien. TMS-Informations- und Bewerbungsportal.
  5. Deutsche Ärzteblatt (2024). Medizinstudium: Aktuelle Entwicklungen bei Zulassung und Kapazitäten. Deutsches Ärzteblatt, 121(48), A-2145.
  6. Wissenschaftsrat (2023). Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums in Deutschland. Drucksache 1067-23, Köln.
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